
Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.
Hebräer 6,19 (L)
Was ist Hoffnung? Im Deutschen besitzt der Begriff „Hoffnung“ einen positiven Sinn, bedeutet aber auch Unsicherheit. Im Alltag nutzen wir den Begriff häufiger: „Ich hoffe das Wetter wird besser.“ Oder: „Ich hoffe mal, ausreichend fürs Abi gelernt zu haben.“ „Hoffen wir auf das Beste.“
Hoffnung wird manchmal auch als Synonym für Wünschen benutzt. Auch für Kinder ist Hoffnung wichtig:
Die Lehrerin der Klasse 5a ist krank, und die Klasse beschließt, sie mal zu besuchen. Laura geht hinein, kommt nach 10 Minuten wieder heraus, und sagt: „Es gibt keine Hoffnung mehr. Sie kommt nächste Woche wieder zur Schule.“
Bei Hoffnung geht es sowohl um banale alltägliche Dinge als auch um die ganz großen Themen wie: „Ich hoffe, dass ich mein Leben sinnvoll gelebt habe.“ „Ich hoffe, dass ich in irgendeiner Weise nach dem Tod weiter existiere.“ Ich hoffe, dass falls es einen Gott gibt, er mir gnädig gestimmt sein wird, wenn ich sterbe.“ Eine sehr vage Hoffnung, die meist auf eigenen Vorstellungen und auf ganz vielen „wenn‘s“ und „falls“ beruht. Worauf dürfen wir hoffen? Dieser Frage gehen Philosophen und große Denker schon seit Jahrtausenden nach.
Die Hoffnung auf ein sinnerfülltes Leben führt unweigerlich auch zu der Frage, ob es Gott gibt und ein Leben nach dem Tod. Und damit verbunden ist die Frage, ob sich meine Hoffnungen - die mich selbst betreffen - auf mein jetziges Leben begrenzen oder auch über den Tod hinaus.
Sollte es einen Gott geben, werden wir Sinn und Hoffnung nicht in uns selbst finden, sondern bei Ihm und in seinen Plänen für uns. Das widerstrebt uns vielleicht, denn wir lassen uns nicht gerne sagen, wie wir unser Leben zu führen haben. Gott sei Dank darf in diesem Land noch jeder selbst entscheiden, woran er glauben möchte und auf was er seine Hoffnungen, Wünsche, Träume setzen möchte.
Was glauben und hoffen denn nun wir Christen? Biblische Hoffnung bedeutet, dass ich mir einer Sache sicher bin, auch wenn sie noch nicht eingetroffen ist. Der hebräische Begriff für Hoffnung ist „tikvah“. Das kommt von „qaveh“ = binden. Auch das hebräische Wort für „Seil“ hat hier seine Wurzel. Hoffnung heißt also: Da ist ein Seil, das uns an etwas Festes bindet. Das meint auch der Schreiber des Hebräerbriefes mit dem Vers: „Diese (Hoffnung) haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“
Warum sollte im Gegensatz zu den „irdischen“ Hoffnungen, die Unsicherheiten, Wünsche und Vermutungen beschreiben, die biblische Hoffnung unser Lebensanker sein? Warum sprechen wir hier von Gewissheit und Zuversicht? Weil die Grundlage dieser Hoffnung nicht bei uns liegt. Sie beruht nicht auf unseren frommen und guten Werken und sie lässt sich auch nicht an unserer Leistung festmachen, sondern allein im Wirken Gottes. Unsere Hoffnung beruht auf den Versprechungen Gottes. Darauf, dass er eine neue Erde und einen neuen Himmel gründen wird, dass Gott alle meine Tränen abwischen und es kein Leid, kein Schmerz und kein Geschrei mehr geben wird. „Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für euch gefasst habe, spricht der HERR. Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung.“ (Jeremia 29,11). Als Christen sind wir jetzt schon Kinder Gottes, aber vieles von dem ist noch verborgen und wird erst offenbar, wenn Jesus wiederkommt. Dann werden wir seine vollkommene Herrlichkeit sehen und daran Anteil haben.
Diese Hoffnung möchte Gott jedem schenken. Obwohl wir Menschen uns von ihm abwandten, sandte Er seinen Sohn auf die Welt und opferte ihn in unendlicher Liebe am Kreuz für unsere Schuld. Der feste Grund der Hoffnung ist die gute Nachricht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Jesus lebt – deshalb ist auch die Hoffnung „lebendig“. Jesus Christus reicht uns seine Hände, er ist die Brücke zum Vater: „Lasst euch mit Gott versöhnen“ (2. Korinther 5,20). Wir haben die freie Wahl. Nehmen wir sein Angebot an, wird Gott uns seinen Frieden schenken und uns Gewissheit unseres Glaubens in Herz legen. Wir können sein Angebot auch ablehnen und beispielsweise sagen: „Ich brauche keinen Gott, denn jeder ist seines Glückes Schmied. Ich bin lieber mein eigener Herr.“ Wir werden dann aber auch die Konsequenzen tragen müssen wenn wir diesen Weg wählen, sagt uns Gott durch sein Wort. Gott wird über jeden Menschen Gericht halten, wir sitzen auf der Anklagebank. Und ob wir freigesprochen werden hängt nicht davon ab, wie nett wir waren, wieviel wir spendeten oder nach welchen moralischen Prinzipien wir handelten. Einzig und allein unsere Entscheidung, Gottes Angebot zur Versöhnung anzunehmen, wird der ausschlaggebende Punkt sein.
„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3,16).
Darin liegt unser Glaube, darin liegt unsere Hoffnung und Zukunft!